Reisebericht vom 12.01.2016 Weltumsegelung Wolfgang Boorberg &Crew

4 Apr Keine Kommentare Zeuner Reiseberichte

Liebe Mitglieder,

wie Ihr vielleicht wisst sind unsere Vereinsmitglieder Wolfgang und Ingrid Boorberg derzeit in fernen Meeren unterwegs. Der angehängte Reisebericht wird Euch sicher auch interessieren. Deshalb haben wir uns entschlossen, diesen auf unserer Homepage zugänglich zu machen. Nicht wundern wegen  der Neujahrsgrüße! Wir haben leider ein ganzes Weilchen gebraucht, bis es soweit war.  Wenn weitere Berichte kommen werden wir diese zeitnah einstellen.

 

Die Boorbergs freuen sich natürlich auch über Nachrichten aus der Heimat. Wenn Ihr sie ohne Umlaute und Anhang an die Mailadresse HBY4760@sailmail.com sendet sollten sie eigentlich jederzeit ankommen.

Viel Spaß beim Lesen und gebt bitte Bescheid, falls es Probleme bei der Übertragung gibt.

Gruß Martin Zeuner

 

 

Ihr Lieben zuhause und anderswo in der Welt,
aus der sonnigen und warmen Karibik senden wir Euch allen die besten Wuensche zum neuen Jahr.
Am 9. Januar sind wir um 12 Uhr in der Rodney Bay, St. Lucia, ueber die Startlinie gegangen, eskortiert von unzaehligen Segel- und Motorbooten, und der Kueste entlang nach Sueden gesegelt bis zur Rundung einer Boje vor Castries und von dort gings hinaus aufs offene Meer. Hier fliegt der obligatorische Sektkorken gefuehlt besonders weit in die Hoehe: Unsere zweite Weltumsegelung hat begonnen! Ein letztes Winken als Abschiedsgruss an die zurueckbleibenden Freunde und dann ist die kleine Flotte von 34 Yachten allein und zieht sich schnell weit auseinander. Wir haben Sonnenschein, angenehmen achterlichen Wind und wir sind gespannt auf die vor uns liegenden Erlebnisse.
An Bord sind neben Wolfgang und Ingrid noch Hermann und Silvia sowie Ulrike. Am Abend zuvor hat der World Cruising Cub (WCC) eine letzte Abschiedsparty im Hotel Royal St. Lucian veranstaltet. Die einzelnen Veranstaltungen dienten auch dazu, dass sich die Rallyeteilnehmer kennenlernen konnten. Suzana, eine der Rallyebegleiterinnen, die wir noch von unserer Weltumsegelung 2010/2011 kennen, wird uns bis Panama begleiten, dazu kommen Stefano aus Italien, Cecilia aus Norwegen, Lucia aus Argentinien und Nicky aus Frankreich. Seit Paul und Nick beim WCC ausgeschieden sind, ist dort leider ein staendiger Wechsel an Mitarbeitern.
Unter den Teilnehmern haben wir natuerlich die Deutschsprechenden besonders schnell kennengelernt: Drei gestandene Maenner aus dem Suedschwarzwald auf der "Toujours Belle", Dirk und Bettina aus Bad Segeberg mit der "Ain't Fancy", dem kleinsten Boot der Flotte, gerade mal 11 m lang, Hubert, Margit und Silvia aus Salzburg sowie Christoph und seine Frau Alexandra mit der "Solo", eine wunderschoene Amel 54. Wir haben den Eindruck, dass das Durchschnittsalter der Teilnehmer niedriger ist als bei unserer ersten Umrundung, aber vielleicht liegt das auch daran, dass wir aelter geworden sind. Sehr viele Kinder sind dieses Mal dabei, für die der WCC sogar eine extra Willkommensparty veranstaltet hat.
Jetzt sind wir unterwegs und der Tagesablauf besteht aus Essen, Wachehalten, Schlafen, Essen, Wachehalten, Schlafen..…. Leider ist uns gleich am zweiten Tag auf See beim Versuch, den Spinnakerbaum zu setzen, der Baumbeschlag abgerissen - Spibaum momentan also nicht einsatzfaehig. Dieses Malheur ist jedoch unbedeutend im Vergleich zu dem Pech der "Take Off", einem schwedischen Boot mit zwei kleinen Kindern an Bord, deren Grossbaum gebrochen und das Grosssegel gerissen ist. Jeden Morgen um 9 Uhr wird ein "roll call" durchgeführt: Jedes Boot der Flotte meldet seine Position und gibt besondere Vorkommnisse an Bord bekannt, meistens durchaus erfreuliche. So hat z.B die "Meermowe" einen ueber einen Meter langen Barracuda gefischt und bittet um Info, ob dieser geniessbar ist und wenn ja, ob jemand im Kuehlschrank Platz hat, etwas davon aufzubewahren. Prompt kommt von einem anderen Boot der Flotte die Antwort: "Barracuda unter einem Meter Laenge geniessbar, ueber einen Meter ab ueber Bord für die Fische zum Frass - wir haben Platz im Kuehlschrank".
Atemberaubend sind die Nachtwachen unter einem sternenuebersaeten Himmel. Die helle Milchstrasse verlaeuft quer ueber uns und die bekannten Sternbilder stehen auf dem Kopf: Die Deichsel des grossen Wagens zeigt nach unten, der Orion liegt auf der Seite, als ob er schlafen wuerde und im Sueden ist ueber dem Horizont deutlich das Kreuz des Suedens zu erkennen. Manchmal flitzt eine helle Sternschnuppe ueber den Himmel. Der Mond ist momentan am Abend nur eine schmale, liegende Sichel und kann deshalb die Sterne nicht überstrahlen. Neben der Himmelspracht haben wir achterlich funkelndes Meeresleuchten. Wie bei einem Feuerwerk fliegen tausend leuchtende Sterne aus den Heckwellen der Maeva Maris durch das Wasser und verlieren sich erst nach vielen Metern.
Der Wind ist fuer die Jahreszeit und die Karibische See aussergewoehnlich schwach, wir sind von frueher anderes gewohnt. Dieses Mal kam anfangs der Gennaker zum Einsatz, jetzt segeln wir seit zwei Tagen unter Spinnaker bei 3 - 4 Beaufort Wind aus Osten. Wenn wir unsere Geschwindigkeit beibehalten koennen, werden wir in drei Tagen in Santa Marta in Kolumbien sein. Diesen Stopp vor dem naechsten Etappenziel, den San Blas Inseln, hat der WCC neu ins Programm aufgenommen und wir freuen uns auf Suedamerika.
Herzliche Gruesse in das winterliche Deutschland, wir wuerden Euch gerne von unseren tropischen Temperaturen etwas abgeben
Wolfang, Ingrid, Hermann, Silvia und Ulrike

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